Aktualisiert am 16.05.2022

Wie lange dauert eine Blasenentzündung normalerweise?

Autorin: , Medizinjournalistin

Ständiger Toilettendrang, Brennen beim Wasserlassen und ziehende Schmerzen im Unterbauch – all das spricht für eine akute Blasenentzündung (Zystitis). Wie lange diese unangenehmen Beschwerden anhalten, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

In der Regel ist nach einer Woche Ruhe

Zunächst einmal ist jeder Mensch anders und reagiert individuell auf eine Infektion der Harnblase. Der eine steckt die Erkrankung leichter weg, dem anderen macht sie mehr zu schaffen. So können schon die Symptome ganz unterschiedlich sein, leichter oder stärker ausfallen und den Betroffenen mehr oder weniger belasten und einschränken.

Lesen Sie mehr dazu hier: Symptome einer Blasenentzündung.

Genauso kann auch die Dauer der Beschwerden von Fall zu Fall variieren. Als Faustregel gilt jedoch, dass eine Blasenentzündung bei normalem Verlauf innerhalb weniger Tage ausheilt. In den meisten Fällen ist der Spuk spätestens nach einer Woche vorbei.

Für diejenigen, die es ganz genau wissen möchten, einige konkrete statistische Zahlen: Durchschnittlich halten die Symptome über 6,1 Tage an, wobei die Betroffenen davon 0,4 Tage lang das Bett hüten, an 1,2 Tagen arbeitsunfähig und an 2,4 Tagen noch leicht eingeschränkt sind.

Wohlgemerkt „normalerweise“. Aber was heißt das eigentlich?

Wie lange dauert eine Blasenentzündung im Normalfall?

Mit einer „normalen“ ist die akute, unkomplizierte Blasenentzündung bei einer jüngeren, ansonsten gesunden, nicht schwangeren Frau ohne weitere Begleiterkrankungen oder Risikofaktoren gemeint. Sie kommt mit Abstand am häufigsten vor und steckt in den allermeisten Fällen hinter den oben geschilderten Beschwerden. Wer sie bei sich bemerkt, kann also davon ausgehen, dass sie im Normalfall nach ein paar Tagen wieder verschwinden.

Das passiert übrigens häufig ganz von alleine, das heißt, ohne weitere therapeutische Maßnahmen. Medikamente wie Antibiotika, Schmerzmittel und bewährte Heilpflanzen können den Verlauf verkürzen und die unangenehmen Beschwerden rascher lindern. Daneben gibt es auch Hausmittel, die zusätzlich dazu beitragen können, dass es einem schneller wieder besser geht.

Mehr dazu finden Sie hier:

Wann es länger dauern kann

Allerdings gelingt das nicht immer. Es gibt sowohl verschiedene Formen der Blasenentzündung als auch unterschiedliche Menschen, die es treffen kann. Manchmal bleibt es zum Beispiel nicht bei einer alleinigen Infektion der Blase, sondern die Erreger wandern weiter in Richtung Nieren, wo sie eine Nierenbeckenentzündung auslösen. Dann ändern sich die Beschwerden nicht nur und werden stärker, sie halten auch länger an und bilden sich nicht einfach von alleine wieder zurück.

Bei anhaltenden Beschwerden zum Arzt

Was deshalb wichtig ist: Wenn die Beschwerden einer Blasenentzündung länger als einige Tage andauern, stärker werden oder wenn Fieber und stärkere Flankenschmerzen hinzukommen, spricht das für einem komplizierten Verlauf. Dann sollte zeitnah ein Arzt zu Rate gezogen werden. 

Mehr dazu hier: Wann zum Arzt?

Sonderformen

Neben Harnblase und Niere kann außerdem ein weiterer Bereich der Harnwege betroffen sein, und zwar die Harnröhre. Eine solche Urethritis äußert sich wiederum anders, kann weitere Komplikationen mit sich bringen und sich entsprechend länger hinziehen als eine unkomplizierte Blasenentzündung.

Und schließlich gibt es noch eine chronische Form der Blasenentzündung, die sogenannte interstitielle Zystitis. Die Ursachen der interstitiellen Zystitis sind weitgehend unbekannt. Sie verläuft häufig chronisch, ist also langandauernd. Die Erkrankung ist nicht heilbar und bildet sich nur selten spontan zurück. Sie gehört aber zu den seltenen Formen einer Blasenentzündung.

Gefährdete Personengruppen

Neben jungen, ansonsten gesunden Frauen können auch andere Personengruppen mit Risikofaktoren an einer Zystitis erkranken. Sie ist dann oft stärker ausgeprägt und dauert wiederum länger an. Zu den Risikogruppen zählen u.a. Schwangere, Männer und anfällige Personen mit bestimmten Vorerkrankungen. Weil bei ihnen die Beschwerden nicht ohne weiteres nach kurzer Zeit wieder abklingen, müssen sie stets ärztlich betreut und behandelt werden.

Die wichtigsten Fragen auf einen Blick

Wie lange dauert es, bis eine Blasenentzündung weg ist?

Pauschal lässt sich diese Frage schwer beantworten, da die Dauer der Erkrankung von einigen Faktoren abhängt. In den meisten Fällen heilt eine Blasenentzündung innerhalb von ein bis zwei Wochen aus. Wenn man den Heilungsprozess zusätzlich durch pflanzliche Arzneimittel und bestimmte Hausmittel unterstützt, kann sich die Erkrankungsdauer etwas verkürzen und auch die Beschwerden lassen in der Regel früher nach.

Anders sieht es aus, wenn Sie einer bestimmten Risikogruppe wie Schwangeren, Kindern, Männern, Frauen in den Wechseljahren oder immungeschwächten Personen angehören, dann kann es auch mal länger dauern, bis die Blasenentzündung vollständig ausgeheilt ist.

Wie lange dauert eine Blasenentzündung ohne Antibiotika?

Bei den meisten Blasenentzündungen werden mittlerweile gar keine Antibiotika mehr zur Behandlung verordnet. Der Einsatz beschränkt sich auf komplizierte und schwere Verläufe.

In der Regel bessern sich die Beschwerden bereits innerhalb weniger Tage und nach ein bis zwei Wochen ist die Blasenentzündung meistens vollständig ausgeheilt. Etwas beschleunigen können Sie den Heilungsprozess durch pflanzliche Arzneimittel, bestimmte Hausmittel wie spezielle Blasentees und die Vermeidung von Stress und körperlicher Anstrengung.

Wie lange dauert eine Blasenentzündung mit Antibiotika?

Wenn es sich um eine unkomplizierte Blasenentzündung handelt, werden in der Regel gar keine Antibiotika zur Behandlung eingesetzt. Blasenentzündungen werden nur in schweren Fällen oder häufig auch bei bestimmten Risikogruppen antibiotisch behandelt. Als Risikopersonen zählen:

  • Schwangere
  • Frauen in den Wechseljahren
  • Kinder
  • Männer
  • immungeschwächte Personen
  • Menschen mit schweren Erkrankungen

Dann ist es jedoch schwer zu sagen, wie lange es dauert, bis die Blasenentzündung vollständig ausgeheilt ist. In der Regel setzt die Wirkung der Antibiotika jedoch schnell ein. Allerdings bekämpfen Antibiotika zwar die Bakterien und deren Vermehrung, sie wirken jedoch dadurch nur indirekt lindernd auf die typischen Beschwerden. Diese lassen nach, wenn der Auslöser, nämlich die Bakterien reduziert werden und dadurch auch die Entzündung eingedämmt wird. Es kann jedoch sinnvoll sein, Begleitsymptome wie starke Schmerzen oder Krämpfe zusätzlich mit Schmerzmedikamenten zu behandeln.

Kann eine Blasenentzündung mehrere Wochen dauern?

Im Normalfall, sprich bei Vorliegen einer unkomplizierten Zystitis bei einer ansonsten gesunden Frau, sollte eine Blasenentzündung nach einigen Tagen bis spätestens wenigen Wochen ausheilen.

Wenn Sie allerdings zu einer Risikogruppe gehören, kann es durchaus vorkommen, dass eine Harnwegsinfektion auch mal über einen längeren Zeitraum geht – allerdings sollten Sie unter der Behandlung trotzdem eine Besserung verspüren. Als Risikopersonen gelten in diesem Zusammenhang:

  • Schwangere
  • Frauen in den Wechseljahren
  • Kinder
  • Männer
  • immungeschwächte Personen
  • Menschen mit schweren Erkrankungen

Wenn Sie merken, dass die Beschwerden nicht besser werden oder sich sogar verschlechtern, suchen Sie unbedingt zeitnah Ihren Arzt auf. Gegebenenfalls muss dann die Behandlung bei Ihnen angepasst werden.

Was passiert, wenn man eine Blasenentzündung verschleppt?

Im schlimmsten Fall kann sich eine nicht adäquat behandelte Blasenentzündung weiter im Körper ausbreiten. Zunächst steigt die Entzündung dabei in der Regel in die Nieren auf und führt dort zu starken Beschwerden. Typisch sind Schmerzen im Bereich des seitlichen Rückens, Fieber, Probleme beim Wasserlassen oder Blutbeimengungen im Urin. Wenn Sie solche Symptome an sich bemerken, suchen Sie sofort Ihren Arzt auf.

Wenn man in dieser Situation nicht rechtzeitig therapeutisch gegensteuert, kann sich die Infektion auf den gesamten Körper ausbreiten, man spricht dann von einer sogenannten Sepsis. Das kommt zwar selten vor, ist aber eine lebensgefährliche Situation, die in den meisten Fällen verhindert werden kann, wenn man rechtzeitig auf die Warnsignale reagiert.

 

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Pflichtangaben

PFLICHTANGABEN

Canephron® Uno • Traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur unterstützenden Behandlung und zur Ergänzung spezifischer Maßnahmen bei leichten Beschwerden (wie häufigem Wasserlassen, Brennen beim Wasserlassen und verstärktem Harndrang) im Rahmen von entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege. Canephron® N Dragees, Canephron® N Tropfen • Traditionell angewendet zur unterstützenden Behandlung und zur Ergänzung spezifischer Maßnahmen bei leichten Beschwerden im Rahmen von entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege.

Canephron® Uno, Canephron® N: Zur Durchspülung der Harnwege zur Verminderung der Ablagerung von Nierengrieß. 

Hinweis: Canephron® Uno und Canephron® N sind traditionelle pflanzliche Arzneimittel, die ausschließlich aufgrund langjähriger Anwendung für das Anwendungsgebiet registriert sind.

Canephron® N Tropfen enthalten 19 Vol.-% Alkohol.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

BIONORICA SE | 92308 Neumarkt    
Mitvertrieb: PLANTAMED Arzneimittel GmbH | 92308 Neumarkt

Stand: 04|18

Nur in der Apotheke erhältlich.


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