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Pflanzliche Arzneimittel bei Blasenentzündungen

Eine unkomplizierte Harnwegsinfektion mit leichten bis mittelschweren Beschwerden lässt sich sehr gut mit pflanzlichen Arzneimitteln behandeln. Antibiotika sind hier oft nicht notwendig, darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Urologie in ihren aktuellen Leitlinien noch einmal ausdrücklich hingewiesen.

Aber welche Heilpflanzen werden empfohlen? Der folgende Beitrag stellt die verschiedenen Arzneipflanzen vor.

Pflanzliche Mittel bei Blasenentzündung: auf die Kombination kommt es an

Tatsächlich verlaufen die allermeisten (ca. 97%) Blasenentzündungen – bei Patientinnen ohne bekannte Risikofaktoren – unkompliziert1. Die in solchen Fällen eingesetzten pflanzlichen Präparate können die Beschwerden (ständiger Harndrang, häufiges Wasserlassen, brennende Schmerzen) häufig sehr effektiv lindern. Hierbei kommen hauptsächlich die antientzündlichen, krampflösenden und schmerzlindernden Eigenschaften vieler Pflanzen zum Tragen.

Andere pflanzliche Arzneimittel wirken dagegen eher antibakteriell bzw. haben eine bakterienausspülende Wirkung. Sie verhindern z.B. das Anheften der Bakterien an die Blaseninnenwand, sodass diese leichter mit dem Urin ausgespült werden können. Harntreibende Präparate können die Ausscheidung der Bakterien aus dem Harntrakt zusätzlich unterstützen.

Letztendlich kommt es also vor allem auf die richtige Kombination der einzelnen Heilpflanzen an, um die unangenehmen Symptome einer Blasenentzündung umfassend zu behandeln. Idealerweise ergänzen sich die pflanzlichen Präparate in ihrer Wirkung.

Schmerzlindernd, krampflösend, bakterienausspülend, entzündungshemmend...

Um nur ein Beispiel zu nennen: In einer 2018 veröffentlichten Studie mit über 600 Patientinnen erwies sich eine Heilpflanzen-Dreierkombination aus Rosmarin, Tausendgüldenkraut und Liebstöckel als sehr wirksam2.

Mehr dazu hier: Drei Heilpflanzen, die bei der Blasenentzündung nachweislich wirken.

Von Rosmarin bis Liebstöckel – die Mischung macht´s

Nun aber zur Einzel-Vorstellung der Heilpflanzen, die bei einer Blasenentzündung in Betracht kommen. Viele der nachstehend beispielhaft genannten Pflanzen besitzen ein sehr breites Wirkspektrum. Sie können bei den verschiedensten Beschwerden sowohl innerlich als auch äußerlich eingesetzt und unterschiedlich miteinander kombiniert werden.

Pflanzen, die sich für die Therapie von Blasenentzündungen gut eignen, sind beispielsweise:

  • Der Rosmarin ist vielen vor allem als aromatische, mediterrane Gewürzpflanze vertraut. Als Heilpflanze wird Rosmarin dagegen in den unterschiedlichsten Darreichungsformen (u.a. als Öl, Tinktur, Tee) angeboten. Es kommt bei verschiedenen Beschwerden sowohl äußerlich als auch innerlich zum Einsatz. Bei Harnwegsinfektionen wirkt das pflanzliche Mittel vorwiegend entzündungshemmend und harntreibend.
  • Tausendgüldenkraut überzeugt in der Behandlung der Blasenentzündung ebenfalls durch seine vielfältigen Eigenschaften. Das Enziangewächs wirkt bei Entzündungen der Blase hauptsächlich entzündungshemmend.
  • Die Liebstöckelwurzel kann akute Symptome einer Blasenentzündung reduzieren. Besonders in Kombination mit Rosmarin und Tausendgüldenkraut hat sich diese Pflanze als sehr effektiv in der Behandlung des unkomplizierten Harnwegsinfekts erwiesen. Die in ihr enthaltenen Inhaltsstoffe wirken vorwiegend krampflösend und harntreibend.
  • Das Echte Goldrutenkraut: Seine Inhaltsstoffe haben einen antientzündlichen, schmerzlindernden und leicht krampflösenden Effekt. Vor allem wirkt das Goldrutenkraut harntreibend. Es findet u. a. in zahlreichen Nieren- und Blasentees sowie Dragees Verwendung.
  • Die Arzneipflanze Orthosiphon, auch als „Katzenbart“ bekannt, wirkt ebenfalls leicht harntreibend und antimikrobiell.
  • Die Kapuzinerkresse enthält, ebenso wie die Meerrettichwurzel, antimikrobiell wirkende Substanzen. Die in diesen Pflanzen enthaltenen Senfölglycoside wirken nicht nur gegen Bakterien, sondern auch gegen Pilze und Viren. Zwei Heilpflanzen, die man übrigens auch sehr gut bei einigen leckeren Rezepten verwenden kann.
  • Die Blätter der Bärentraube enthalten Substanzen, die ebenfalls antibakteriell wirken. Außerdem haben sie einen antientzündlichen Effekt, der die Heilung der gereizten Schleimhäute der Blase und Harnröhre fördert.
  • Hierbei zu beachten: Bärentraube sollte aufgrund möglicher Risiken bei längerer Anwendung maximal viermal täglich und nicht länger als eine Woche lang angewendet werden. Bärentraubenblätter dürfen auf diese Weise zudem höchstens fünfmal pro Jahr angewendet werden.
  • Der Gewürzpflanze Kurkuma, auch Gelbwurz genannt, wird eine Vielzahl an positiven Wirkungen nachgesagt. Bei Blasenentzündungen soll sich das Gewürz durch antibiotische, antiseptische, entzündungshemmende, schmerzstillende und harntreibende Effekte auszeichnen.
  • Das Schachtelhalmkraut (Acker-Schachtelhalm) ist manch einem vielleicht eher als Zinnkraut bekannt. Der Name geht auf die frühere Verwendung als Zinnputzmittel zurück. Das in dieser Pflanze enthaltene Kalium regt die Nieren an und wirkt dadurch harntreibend. Zudem soll es unser Immunsystem stärken.
  • Obwohl es derzeit keine eindeutigen wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt, werden auch Cranberrys weiterhin von Betroffenen in der Behandlung der Blasenentzündung eingesetzt. Ihre Inhaltsstoffe sollen verhindern, dass sich Bakterien an der Blasenwand festsetzen. Häufig werden sie hoch dosiert mit Granatapfel kombiniert – einer Frucht, der antioxidative und immunstärkende Effekte nachgesagt werden.
  • Beim Grünen Tee werden zahlreiche Inhaltsstoffe für die heilenden Eigenschaften dieses aromatischen Getränks verantwortlich gemacht. In der Behandlung der Blasenentzündung wirkt Grüner Tee vor allem antibakteriell, antientzündlich und durchspülend.
  • Wichtig in diesen Zusammenhang zu wissen: Die Wirkung des Tees hängt sowohl von der verwendeten Teesorte als auch von der Art der Zubereitung ab.

Im Zweifelsfall zum Arzt!

Manchmal reicht eine pflanzliche Therapie alleine jedoch nicht aus. Hält eine Blasenentzündung zum Beispiel länger als drei Tage an oder treten stärkere Beschwerden wie Nierenschmerzen, Fieber oder Blut im Urin auf, sollte ein Arzt kontaktiert werden. Dann sind ggf. doch Antibiotika erforderlich.

Zudem sollte, insbesondere bei wiederkehrenden Infekten der Blase, auch nach anderen möglichen Ursachen gesucht werden.

Autorin:

Quellen

¹Wagenlehner et al. Urol Int. 2018; 101(3):327-336.doi:10.1159/000493368.
²Christiaens, T C M et al. Br J Gen Pract. 2002; 52(482):729-34.

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Pflichtangaben

PFLICHTANGABEN

Canephron® Uno • Traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur unterstützenden Behandlung und zur Ergänzung spezifischer Maßnahmen bei leichten Beschwerden (wie häufigem Wasserlassen, Brennen beim Wasserlassen und verstärktem Harndrang) im Rahmen von entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege. Canephron® N Dragees, Canephron® N Tropfen • Traditionell angewendet zur unterstützenden Behandlung und zur Ergänzung spezifischer Maßnahmen bei leichten Beschwerden im Rahmen von entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege.

Canephron® Uno, Canephron® N: Zur Durchspülung der Harnwege zur Verminderung der Ablagerung von Nierengrieß. 

Hinweis: Canephron® Uno und Canephron® N sind traditionelle pflanzliche Arzneimittel, die ausschließlich aufgrund langjähriger Anwendung für das Anwendungsgebiet registriert sind.

Canephron® N Tropfen enthalten 19 Vol.-% Alkohol.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

BIONORICA SE | 92308 Neumarkt    
Mitvertrieb: PLANTAMED Arzneimittel GmbH | 92308 Neumarkt

Stand: 04|18

Nur in der Apotheke erhältlich.


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