Akute Blasenentzündung

Die akute Blasenentzündung, medizinisch Zystitis genannt, ist für Betroffene nicht nur lästig, sondern oft auch äußerst unangenehm und schmerzhaft. Vor allem Frauen sind anfällig, viele erkranken sogar regelmäßig an wiederkehrenden Blasenentzündungen.

Beschwerden und Ursachen

Harndrang und Schmerzen im Unterbauch

Typisch für eine akute Blasenentzündung sind folgende Symptome:

  • ständiger Harndrang
  • häufiges Wasserlassen (tröpfchenweise)
  • Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen

Bei manchen Betroffenen kommen schmerzhafte Krämpfe im Bereich des Unterleibes hinzu. Außerdem kann der Urin verändert sein und unangenehm riechen.

Mehr dazu finden Sie unter: Symptome einer Blasenentzündung.

Behandlungsmöglichkeiten bei Blasenentzündung

Behandlungsmöglichkeiten

Zur Therapie der akuten Blasenentzündung gibt es mehrere Optionen – von Hausmitteln über Heilpflanzen bis Antibiotika. Aber wann ist was das Beste?...

weiterlesen

Pflanzliche Arzneimittel bei Blasenentzündung

Pflanzliche Wirkstoffe

Pflanzliche Wirkstoffe sind in der Behandlung der unkomplizierten Blasenentzündung auch wissenschaftlich anerkannt. Es kommt dabei aber auch auf die richtige Kombination an....

weiterlesen

Alltagstipps bei Blasenentzündung

Hausmittel

Mit bewährten Hausmitteln kann man die Beschwerden einer Blasenentzündung durchaus lindern. Aber welche sind bewährt? Und wann reicht das nicht aus?...

weiterlesen

Risikofaktoren und Ursachen einer Blasenentzündung – gut zu wissen

Wann sind Antibiotika bei einer Blasenentzündung sinnvoll?

Dass es meist Frauen trifft, liegt ganz einfach an den anatomischen Gegebenheiten. Die weibliche Harnröhre ist deutlich kürzer als beim Mann und öffnet sich nahe des Afters. Hier tummeln sich zahlreiche Erreger, die leicht aus der Analregion in die Harnwege eindringen können, wo sie eigentlich nicht hingehören. Haben sie erst einmal die Harnröhre erreicht, können sie unter Umständen bis zur Blase wandern und dort ihr Unwesen treiben.
Daneben gibt es zahlreiche Faktoren, die es den Bakterien zusätzlich erleichtern. Nässe und Unterkühlung, häufiger Geschlechtsverkehr, falsche Intimhygiene, Schlafmangel und Dauerstress bieten günstige Voraussetzungen für eine akute Entzündung der Harnblase.
Bei der klassischen Form einer Blasenentzündung mit den typischen oben genannten Beschwerden reicht dem Arzt oft ein Gespräch und eine gezielte körperliche Untersuchung, um die Diagnose stellen zu können und ggf. eine Therapie in die Wege zu leiten. Eine Urinuntersuchung, bei der sich die Erreger nachweisen lassen, kann den Verdacht erhärten. Weiterführende Untersuchungen sind bei einem unkomplizierten Infekt der Blase in der Regel nicht nötig.

Warum erkranken manche Frauen immer wieder an Blasenentzündungen und andere nicht?

Tatsächlich gibt es zahlreiche Umstände und Ursachen, die das Auftreten einer Blasenentzündung zusätzlich fördern können.
Das Gute daran: Die meisten Risikofaktoren lassen sich durch einfache, aber gezielte Verhaltensmaßnahmen auf ein Minimum reduzieren, manch andere Parameter kann man Dank bestimmter Therapieformen ebenfalls positiv beeinflussen.
Zu den häufigsten Risikofaktoren, die eine Keimbesiedelung der Harnblase und somit wiederkehrende Blasenentzündungen begünstigen können, gehören u. a.:

  • häufiger Geschlechtsverkehr
  • Veränderungen im Hormonhaushalt (Wechseljahre, Schwangerschaft)
  • Stoffwechselstörungen (z. B. Diabetes mellitus)
  • Nässe und Unterkühlung (durch nasse Badekleidung, kalte Füße)
  • Harnabflussstörungen (durch Blasensteine, Harnröhrenverengung, vergrößerte Prostata etc.)
  • Blasendauerkatheter, medizinische Eingriffe (z. B. Blasenspiegelung, Blasenspülung)
  • geschwächtes Immunsystem (durch Medikamente, Stress, Schlafmangel, bestimmte Grunderkrankungen wie z. B. Krebs, etc.)
  • falsche Hygiene im Intimbereich (aggressive Waschsubstanzen oder eine falsche Wischrichtung im Genitalbereich)
  • Verwendung bestimmter Verhütungsmittel (Spermizide, Diaphragmen, Pille mit geringem Östrogengehalt)
  • unzureichende Flüssigkeitszufuhr
  • vorangegangene wiederholte Harnwegsinfekte
  • Medikamente (Missbrauch von Schmerzmitteln, frühzeitiges Absetzen einer Antibiotikatherapie oder Langzeittherapie mit Antibiotika)
Sind Darmbakterien wirklich die häufigste Ursache?

Ja, in den allermeisten Fällen sind Bakterien unserer natürlichen Darmflora die Erreger für akute Blasenentzündungen. Ganz vorne mit dabei (etwa in 80% der Fälle) ist das Bakterium Escherichia coli (E. coli). Seltener finden sich andere bakterielle Erreger, die sonst vorrangig bei sexuell übertragbaren Erkrankungen eine Rolle spielen. Neben Bakterien können in seltenen Fällen aber auch andere Erreger wie Pilze (v.a. der Hefepilz Candida) oder Viren (oft bei Kindern) für eine Entzündung der Blase verantwortlich sein.

Welche anderen Ursachen kann eine akute Blasenentzündung haben?

Zwar sind Infektionen mit Bakterien, Pilzen oder Viren mit Abstand die häufigsten, allerdings nicht die einzigen Ursachen für Blasenentzündungen. Zu den nicht-infektiösen Ursachen einer Zystitis gehören u.a.:

  • chemische Reize (z.B. Harnwegsinfekt durch eine Chemotherapie mit Cyclophosphamid)
  • radiogene Reize (sogenannte Strahlenzystitis, nach einer Bestrahlungstherapie)
  • neurogene Harnblasenstörungen (verursacht durch neurologische Schäden bei Schlaganfall, Parkinson, Rückenmarksverletzung, Diabetes, etc.
  • Fehlbildungen des Harntrakts

Sollte es zu einer akuten Blasenentzündung beim Mann kommen, ist stets eine genaue Abklärung der Ursache beim Arzt anzustreben. Neben nicht typischen Bakterien als Infektionsquelle kann sich z. B. auch eine vergrößerte Prostata oder eine andere Erkrankung hinter den Symptomen verbergen. In jedem Fall muss der Sache zeitnah auf den Grund gegangen und ggf. eine adäquate Behandlung in die Wege geleitet werden.

Selten nur ein Auslöser verantwortlich

Ein Beispiel: Sie sind im Urlaub, sind den ganzen Tag am Strand und denken natürlich nicht daran, regelmäßig Ihren nassen Badeanzug zu wechseln. Hinzu kommt, dass die entspannte Atmosphäre fernab des Alltagsstresses dazu einlädt, vielleicht öfter als sonst mit Ihrem Partner intim zu werden. Ehe Sie sich versehen, ist auch prompt die „Urlaubs-Zystitis“ da und vermiest Ihnen die bislang gute Stimmung. Statt in der Sonne zu liegen, müssen Sie sich nun mit Symptomen wie ständigem Harndrang, Brennen beim Wasserlassen, krampfartigen Schmerzen etc. herumschlagen. In der Regel ist es so, dass die meisten Betroffenen natürlich nicht genau angeben können, warum sie gerade jetzt wieder unter einer akuten Blasenentzündung leiden. Erfahrungsgemäß spielen bei einer Entzündung der Blase meist mehrere Faktoren gleichzeitig eine Rolle. Mal steht ein geschwächtes Immunsystem und das nasskalte Wetter im Vordergrund, ein anderes Mal ist der wenige Schlaf und die geringe Flüssigkeitszufuhr eine mögliche Ursache.

Behandlung

Fluch und Segen von Antibiotika

Ausführliche Informationen zur Behandlung finden Sie unter: Blasenentzündung, was tun?

Bei der Behandlung der akuten Blasenentzündung stellt sich grundsätzlich die Frage nach der geeigneten Therapie. Häufig werden Antibiotika eingesetzt, was in manchen Fällen auch unumgänglich ist. So segensreich die Medikamente sind, kann ihr Einsatz aber auch problematisch sein. Zum einen können die Medikamente Nebenwirkungen hervorrufen; zum anderen besteht bei einem leichtfertigen Umgang die Gefahr, dass die Keime gewissermaßen abstumpfen und resistent, d.h. unempfindlich gegenüber den Wirkstoffen werden. Unter den Ärzten findet daher gerade ein Umdenken statt. Der Einsatz von Antibiotika wird kritischer hinterfragt und genau abgewogen.

Welche Behandlung ist bei einer akuten Blasenentzündung also angebracht? Fakt ist: Bei jungen, ansonsten gesunden Frauen mit leichten bis mittelschweren Symptomen heilt die Erkrankung meist innerhalb einer Woche von alleine wieder aus. Antibiotika können die Genesung zwar beschleunigen, sind aber in vielen Fällen verzichtbar.

Mehr zum Pro und Contra bei Antibiotika lesen Sie hier: Antibiotika bei Blasenentzündung.

Die gute alte Hausapotheke

Das heißt aber nicht, dass Betroffene eine Woche lang tatenlos ausharren und die Schmerzen ertragen müssen. Es gibt durchaus Alternativen zu Antibiotika, mit denen sich die Symptome wirksam behandeln lassen und die Heilung zum Teil ebenfalls beschleunigt wird. Angefangen von klassischen Schmerzmedikamenten über pflanzliche Substanzen in Form von Blasentees, Dragees oder Tropfen bis hin zu altbewährten Hausmitteln gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wie Betroffene sich mit der eigenen Hausapotheke behelfen können. Insbesondere spezielle Kombinationen mehrerer Heilpflanzen haben sich als sehr wirksam erwiesen.

Mehr dazu erfahren Sie hier: Pflanzliche Arzneimittel bei Blasenentzündung.

Was kann ich selbst tun, damit die Beschwerden besser werden?

Und natürlich spielt auch das Verhalten eine Rolle. Wer an einer akuten Blasenentzündung erkrankt ist, sollte viel trinken und die Blase regelmäßig entleeren, um die Erreger nach und nach auszuspülen. Betroffene sollten außerdem Nässe und Kälte meiden und sich Ruhe und Entspannung gönnen.

Mehr dazu lesen Sie hier: Alltagstipps bei Blasenentzündung.

Häufige und immer wiederkehrende Blasenentzündungen

Ab wann spricht man von wiederkehrenden Blasenentzündungen?

Einige Menschen leiden z.B. nur einmal in ihrem Leben an einer Blasenentzündung, statistisch gesehen trifft es jede zweite Frau. Andere wiederum (25-30% der Betroffenen) erkranken auch häufiger.

Ärzte sprechen von sogenannten rezidivierenden, also wiederkehrenden Blasenentzündungen, wenn Betroffene mehr als zwei Blasenentzündungen in sechs oder mehr als drei Infektionen in zwölf Monaten haben.

Bei Schwangeren variiert die Definition ein wenig. Hier liegt ein rezidivierender Infekt vor, wenn mindestens eine Blasenentzündung während und zusätzlich eine oder mehrere Entzündungen vor bzw. nach Beginn der Schwangerschaft aufgetreten sind.

Wen trifft es häufig?

Sexuelle Aktivität und hormonbedingte Veränderungen der Vaginalflora können das Auftreten von Blasenentzündungen begünstigen und zählen zu typischen Risikofaktoren. Das erklärt, weshalb laut Daten der Barmer GEK (S3-Leitlinie, siehe Quellen, S. 20) besonders bei Frauen zwischen 20 und 29 Jahren und dann wieder ab einem Alter von 70 Jahren gehäuft Blasenentzündungen auftreten.

Sind häufige Blasenentzündungen gefährlich?

Generell gilt, dass auch vermehrt auftretende Blasenentzündungen bei ansonsten gesunden Menschen mit unauffälligen Harnwegen nicht gefährlich, aber natürlich unangenehm sind.

Schwieriger kann es werden, wenn andere Grunderkrankungen wie eine Zuckerkrankheit, Nierenschwäche oder andere Probleme der ableitenden Harnwege wie z.B. durch die Folgen einer vergrößerten Prostata, Krebs oder Nierensteine hinzukommen.

Erreicht eine Blasenentzündung die Nieren, wird die Situation ebenfalls komplexer. Eine solche Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung) muss immer mit Antibiotika behandelt werden. Im Gegensatz zu einer einfachen Blasenentzündung wird eine Pyelonephritis typischerweise von Fieber, Flankenschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen begleitet (S3-Leitlinie, siehe Quellen, S. 22).

Hartnäckige Keime

Ein weiteres Problem kann auftreten, wenn häufig Antibiotika verschrieben werden müssen. Dies gibt Bakterien die Möglichkeit, Abwehrmechanismen gegen die sonst so potenten Mittel zu entwickeln, so dass sich Resistenzen ausbilden. Gegen solche resistenten, widerstandsfähigen Keime helfen unter Umständen nur noch wenige Medikamente.

Vorbeugung

Risikofaktoren minimieren

Um einer Blasenentzündung bestmöglich vorzubeugen, sollte man grundsätzlich darauf achten, bestimmte Auslöser bzw. Risikofaktoren dauerhaft auszuschalten oder zu vermeiden. Die meisten lassen sich nämlich in der Regel bereits durch einfache, aber gezielte Verhaltensmaßnahmen auf ein Minimum reduzieren.

Allgemeine Verhaltenstipps, um einer Blasenentzündung vorzubeugen, sind u.a. folgende:

  • Trinken Sie stets ausreichend viel Wasser oder ungesüßten Tee.
  • Entleeren Sie regelmäßig Ihre Blase.
  • Setzen Sie sich nicht auf kalte Untergründe und halten Sie insbesondere im Winter Füße und Nieren warm.
  • Achten Sie auf eine richtige Intimhygiene. Verwenden Sie dabei keine aggressiven Waschsubstanzen und beachten Sie die korrekte Wischrichtung beim Toilettengang – von vorne nach hinten.
  • Ziehen Sie im Alltag vorzugsweise atmungsaktive Unterwäsche aus Seide oder Baumwolle an, die idealerweise bei 60 Grad Celsius gewaschen werden kann. Verzichten Sie dabei auf Stringtangas.
  • Wechseln Sie Ihre nasse Badekleidung immer gleich nach dem Schwimmen.
  • Gehen Sie nach dem Sex am besten direkt auf die Toilette zum Wasserlassen.
  • Stärken Sie Ihr Immunsystem, vermeiden Sie Stress. Tipps dazu finden Sie hier: Immunsystem stärken.

Vorbeugung ist wichtig: Was sollte ich beachten?

Was kann ich im Alltag zur Vorbeugung einer Blasenentzündung berücksichtigen?

Neben einigen bewährten Verhaltensregeln gibt es zudem zahlreiche natürliche Wirkstoffe und Maßnahmen, die ebenfalls der Gesundheit Ihrer Blase und der Stärkung Ihres Immunsystems dienen können. Lesen Sie mehr dazu unter: Hausmittel bei Blasenentzündung.

Wenn Sie vorwiegend während Ihrer Urlaubszeit zu Blasenentzündungen neigen, macht auch eine „aufgestockte“ Reiseapotheke durchaus Sinn. Sowohl zur Prophylaxe als auch zur akuten Behandlung einer Blasenentzündung stehen Ihnen hierfür beispielsweise einige anerkannte pflanzliche Mittel zur Verfügung.

Lassen Sie sich außerdem von interessanten „blasenstärkenden“ Rezepten inspirieren, oder stärken Sie Ihren Körper und Geist doch einfach mal durch bestimmte Entspannungstechniken (PMR, Yin Yoga etc.).

Beerensäfte & Probiotika

Der regelmäßige Genuss von frischen Beerensäften (z.B. Preiselbeer-, Sanddorn-, Heidelbeersaft) sowie fermentierten Milchprodukten mit probiotischen Bakterien kann dabei helfen, das Risiko einer Blasenentzündung zu senken¹. Pro- und Präbiotika wirken sich übrigens nicht nur positiv auf unsere Darmflora aus, sondern auf unser komplettes Immunsystem.

Obwohl es derzeit keine eindeutigen wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt, werden von vielen Frauen zudem auch Cranberrys in der Prophylaxe der Blasenentzündung eingesetzt.

Bewegung, Sport und Entspannung: Hilft das bei Blasenentzündungen?

Ja. Um Stress sinnvoll abzubauen, greifen viele Menschen auf bestimmte Entspannungstechniken zurück. Andere setzen dagegen bevorzugt auf körperliche Betätigungen bzw. Ausdauersport. Aber egal, welche Methode Sie zur Stressbewältigung wählen – letztendlich geht es vor allem darum, dabei Ihre ganz eigene innere Balance zu finden.

Blasentraining

In diesem Zusammenhang, aber auch nach einer Schwangerschaft kann es durchaus helfen, mit einem gezielten Beckenbodentraining die Blase zu stärken.

Um die Beckenbodenmuskulatur effektiv zu trainieren, gibt es ganz bestimmte Übungen, die Sie sich z.B. von einer Physiotherapeutin zeigen lassen können.

Wie man heutzutage weiß, kann sich häufiger und dauerhafter Stress durchaus negativ auf unser Immunsystem auswirken und so zu einer erhöhten Infektanfälligkeit führen. Beugen Sie dem also rechtzeitig vor, indem Sie Ihr körpereigenes Abwehrsystem so weit stärken, dass es zukünftig ausreichend gewappnet ist gegen mögliche Infekte, wie z.B. Blasenentzündungen.

Mehr dazu lesen Sie hier: Abwehrstärkung durch Meditation, Autogenes Training, Yoga & Co.

Was sollte ich beim Sex zukünftig beachten?

Auch ein wenig Vorsicht beim Sex und Wasserlassen direkt danach können Wunder wirken. Wenn Bakterien zügig aus der Blase gespült werden, haben sie keine Chance, Unheil anzurichten.

Lesen Sie mehr dazu hier: Honeymoon-Zystitis – Blasenentzündung durch Sex.

Auch die Wahl der Verhütungsmethode kann Einfluss darauf haben, wie häufig Beschwerden auftreten. So erhöhen spermienabtötende Mittel (Spermizide) und Diaphragmen das Risiko von Blasenentzündungen (S3-Leitlinie, siehe Quellen, S. 25). Hier hilft gegebenenfalls der Wechsel auf eine andere Verhütungsmethode.

Wie vermeide ich wiederkehrende Blasenentzündungen?

Wer generell empfindlich für Blasenentzündung ist, kann versuchen vorzubeugen. Da es sich bei einer Blaseninfektion in der Regel um eine Schmierinfektion mit Bakterien aus dem Analbereich handelt, helfen schon einfache Maßnahmen wie eine richtige Wischtechnik nach dem Stuhlgang (von vorne nach hinten).

Hormone, Antibiotika & Co.

Bei Frauen, die im Rahmen der Hormonumstellung in den Wechseljahren vermehrt an Blasenentzündungen leiden, helfen unter Umständen Hormonprodukte, die als Creme, Zäpfchen oder Tablette direkt in die Scheide eingeführt werden.

In Ausnahmefällen nehmen Frauen, die immer wieder an Blasenentzündungen erkranken, über einen längeren Zeitraum Antibiotika in niedriger Dosis ein. Wenngleich eine solche Behandlung gut wirkt, kann sie mit einigen Nebenwirkungen einhergehen. Sie reichen von Magen-Darm-Beschwerden über allergische Reaktionen bis hin zur Entwicklung von hartnäckigen Keimen. Der Einsatz einer solchen Prophylaxe sollte daher mit Bedacht erfolgen.

Immunprophylaxe

Leiden Sie unter häufigen Blasenentzündungen, kann unter Umständen auch eine Impfung zur Vorbeugung in Frage kommen. Laut den aktuellen Empfehlungen zur Langzeitprophylaxe häufig wiederkehrender Harnwegsinfektionen bei Frauen² sollte dann möglichst vor Beginn einer antibiotischen Langzeitprävention eine Behandlung entweder mit dem Impfstoff Uro-Vaxom® oder mit StroVac® in Erwägung gezogen werden.

Mehr zu diesem speziellen Thema erfahren Sie hier: Impfung gegen Blasenentzündungen.

Sonderformen der Blasenentzündung

Blasenentzündung bei Schwangeren, Kindern und Männern

Bisher war von der akuten, unkomplizierten Blasenentzündung die Rede. Sie kommt mit Abstand am häufigsten vor und trifft viele Frauen mindestens einmal im Leben. Doch es gibt auch andere Formen und Verläufe von Harnwegsinfekten, auf die wir noch kurz eingehen möchten.

Da sind zunächst bestimmte Patientengruppen wie z.B. schwangere Frauen, Kinder, Männer oder Menschen mit Vorerkrankungen, bei denen eine einfache Blasenentzündung schwerwiegende Folgen haben kann. Sie muss daher in diesen Fällen immer entsprechend abgeklärt und von einem Arzt behandelt werden.

Mehr dazu lesen Sie hier:

Komplizierte Verläufe, chronische Zystitis & Co. - Betrifft mich das?

Wann spricht man von einem komplizierten Verlauf und was bedeutet das für mich?

Eine Zystitis (Blasenentzündung) kann auch kompliziert verlaufen und weitere Probleme nach sich ziehen. So bleibt es beispielsweise nicht immer allein bei einer Entzündung der Blase. Manchmal gelingt es den Bakterien, entlang der Harnwege weiter aufzusteigen und bis in die Niere vorzudringen. Mit einer sogenannten Pyelonephritis (Entzündung der Nierenbeckenstrukturen) ist nicht zu spaßen. Betroffene sind oft schwer krank und müssen stets mit Antibiotika behandelt werden.

Neben Harnblase und Nieren kann sich auch die Harnröhre (Urethra) entzünden. Eine solche Urethritis wird häufig durch sexuell übertragbare Bakterien verursacht. Obwohl sie teilweise ohne jegliche Beschwerden verläuft, ist auch hier aufgrund möglicher Komplikationen eine umfassende Behandlung wichtig.

Mehr dazu lesen Sie hier: Entzündung von Harnröhre, Blase und Nieren – Was ist der Unterschied?

Chronische Zystitis: Wo liegt der Unterschied zur akuten Blasenentzündung?

Schließlich gibt es noch eine spezielle Form der Blasenentzündung: die interstitielle Zystitis. Dahinter verbirgt sich eine besonders quälende Variante, deren genaue Ursache bis heute noch nicht eindeutig geklärt werden konnte. Eine Erkrankung, die nicht selten mit einer jahrelangen Arzt-Odyssee und frustrierenden Behandlungen einhergeht.

Mehr dazu erfahren Sie hier: Interstitielle Zystitis: chronisch und rätselhaft

Gute Information ist das A und O!

Gut zu wissen: In den allermeisten Fällen handelt es sich bei einer akuten Infektion der Blase um eine unkomplizierte Zystitis.

Dennoch ist es gerade für Personen, die immer wieder mit einer Entzündung der Blase zu kämpfen haben, wichtig, gut über die Erkrankung Bescheid zu wissen. So gibt es neben Maßnahmen zur Vorbeugung auch allerlei Tipps und Tricks, mit denen sich nicht nur lästige Symptome einer Zystitis, sondern auch potenzielle chronische Verläufe und Spätfolgen vermeiden lassen.

Umfassend informiert zum Thema Blasenentzündung

Um Ihnen einen breiten, verständlichen Einblick in das Krankheitsbild Blasenentzündung und seine Therapieoptionen zu geben, haben wir u.a. folgende Themen für Sie zusammengestellt:

Das Wichtigste zum Schluss: Diese Informationen ersetzen natürlich keinesfalls den Gang zum Arzt! Wenn Sie sich hinsichtlich des Verlaufs der Erkrankung unsicher sind, schwanger sind oder bestimmte Grundleiden haben (z.B. Diabetes/Zuckerkrankheit, chronische Krankheiten oder ein geschwächtes Immunsystem), sollten Sie immer einen Arzt konsultieren. Auch Männer und Kinder mit einer Blasenentzündung müssen ärztlich untersucht und behandelt werden.

Neben Harnblase und Nieren kann sich auch die Harnröhre (Urethra) entzünden. Eine solche Urethritis wird häufig durch sexuell übertragbare Bakterien verursacht. Obwohl sie teilweise ohne jegliche Beschwerden verläuft, ist auch hier aufgrund möglicher Komplikationen eine umfassende Behandlung wichtig.

Mehr dazu lesen Sie hier: Entzündung von Harnröhre, Blase und Nieren – Was ist der Unterschied?

Sonderform: Chronische Zystitis

Schließlich gibt es noch eine spezielle Form der Blasenentzündung: die interstitielle Zystitis. Dahinter verbirgt sich eine besonders quälende Variante, deren genaue Ursache bis heute noch nicht eindeutig geklärt werden konnte. Eine Erkrankung, die nicht selten mit einer jahrelangen Arzt-Odyssee und frustrierenden Behandlungen einhergeht.

Gute Information ist das A und O!

Gut zu wissen: In den allermeisten Fällen handelt es sich bei einer akuten Infektion der Blase um eine unkomplizierte Zystitis.

Dennoch ist es gerade für Personen, die immer wieder mit einer Entzündung der Blase zu kämpfen haben, wichtig, gut über die Erkrankung Bescheid zu wissen. So gibt es neben Maßnahmen zur Vorbeugung auch allerlei Tipps und Tricks, mit denen sich nicht nur lästige Symptome einer Zystitis, sondern auch potenzielle chronische Verläufe und Spätfolgen vermeiden lassen.

Umfassend informiert zum Thema Blasenentzündung

Um Ihnen einen breiten, verständlichen Einblick in das Krankheitsbild Blasenentzündung und seine Therapieoptionen zu geben, haben wir u.a. folgende Themen für Sie zusammengestellt:

Das Wichtigste zum Schluss: Diese Informationen ersetzen natürlich keinesfalls den Gang zum Arzt! Wenn Sie sich hinsichtlich des Verlaufs der Erkrankung unsicher sind, schwanger sind oder bestimmte Grundleiden haben (z.B. Diabetes/Zuckerkrankheit, chronische Krankheiten oder ein geschwächtes Immunsystem), sollten Sie immer einen Arzt konsultieren. Auch Männer und Kinder mit einer Blasenentzündung müssen ärztlich untersucht und behandelt werden.

 

Krankschreibungen bei Blasenentzündung

Krankschreibung

Ob und wie lange der Arzt Sie mit Blasenentzündung krankschreibt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben dem Befund zählen auch die...

weiterlesen

Pflanzliche Arzneimittel bei Blasenentzündung in der Apotheke

Hilfe aus der Apotheke

In der Apotheke in Ihrer Nähe finden Sie eine Vielzahl an rezeptfreien Medikamenten, die sich zur Medikation von Blasenentzündungen eignen.

weiterlesen

Drei wirksame Heilpflanzen

Drei wirksame Heilpflanzen

In der Behandlung der typischen Symptome einer akuten Blasenentzündung haben sich vor allem drei Heilpflanzen als Kombination bewährt.

weiterlesen

Autorin:

Pflichtangaben

PFLICHTANGABEN

Canephron® Uno • Traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur unterstützenden Behandlung und zur Ergänzung spezifischer Maßnahmen bei leichten Beschwerden (wie häufigem Wasserlassen, Brennen beim Wasserlassen und verstärktem Harndrang) im Rahmen von entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege. Canephron® N Dragees, Canephron® N Tropfen • Traditionell angewendet zur unterstützenden Behandlung und zur Ergänzung spezifischer Maßnahmen bei leichten Beschwerden im Rahmen von entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege.

Canephron® Uno, Canephron® N: Zur Durchspülung der Harnwege zur Verminderung der Ablagerung von Nierengrieß. 

Hinweis: Canephron® Uno und Canephron® N sind traditionelle pflanzliche Arzneimittel, die ausschließlich aufgrund langjähriger Anwendung für das Anwendungsgebiet registriert sind.

Canephron® N Tropfen enthalten 19 Vol.-% Alkohol.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

BIONORICA SE | 92308 Neumarkt    
Mitvertrieb: PLANTAMED Arzneimittel GmbH | 92308 Neumarkt

Stand: 04|18

Nur in der Apotheke erhältlich.


Apothekenfinder
Ratgeberdownload
Jetzt kaufen