Medikamente bei Blasenentzündung – ein Überblick

Es ist mal wieder passiert, Sie haben sich eine akute, unkomplizierte Blasenentzündung eingefangen. Was tun? Sollte man sich lieber gleich ein Antibiotikum verschreiben lassen oder es erstmal selbst mit pflanzlichen Präparaten, Schmerzmedikamenten und Hausmitteln versuchen?

Die richtige Wahl treffen

Die Auswahl an möglichen Therapeutika scheint riesengroß und unübersichtlich, hierbei die „richtige“ Entscheidung zu treffen, ist nicht immer ganz leicht. Welches Medikament macht wann Sinn? Und wann sollte man doch besser einen Arzt aufsuchen?

Wir verschaffen Ihnen einen kleinen Überblick zu den medikamentösen Behandlungsoptionen mit ihren Vor- und Nachteilen. Hierzu gehören:

  • pflanzliche Arzneimittel
  • Schmerzmittel
  • krampflösende Medikamente (Spasmolytika)
  • Antibiotika (verschreibungspflichtig)

Pflanzliche Arzneimittel

In der Behandlung der akuten Blasenentzündung erfreuen sich insbesondere die nebenwirkungsarmen pflanzlichen Präparate großer Beliebtheit.

Lesen Sie mehr dazu hier: Pflanzliche Arzneimittel bei Blasenentzündung.

In dieser Kategorie punkten vor allem Arzneimittel mit bestimmten Heilpflanzen-Kombinationen, die entweder als Kapseln, Dragees, Tabletten oder Tropfen eingenommen werden.

Heilpflanzen-Kombis weit vorn

So hat z.B. die pflanzliche Dreierkombination aus Rosmarin, Tausendgüldenkraut und Liebstöckel eine wissenschaftlich nachgewiesene sehr gute Wirksamkeit¹ auf die typischen Symptome der akuten Blasenentzündung. Sie wirkt nicht nur schmerzlindernd²,³ und krampflösend²,⁴, sondern auch bakterienausspülend⁵ und entzündungshemmend²,³.

Lesen Sie mehr dazu hier: drei Heilpflanzen, die bei der Blasenentzündung nachweislich wirken.

Aber auch Präparate mit echtem Goldrutenkraut, Hauhechelwurzel, Bärentraubenblättern, Kapuzinerkresse, Meerrettichwurzel, Orthosiphon (Katzenbart) werden bei unkomplizierten Harnwegsinfekte mit leichten bis mittelschweren Beschwerden häufiger eingesetzt.

Schmerzstillende & krampflösende Medikamente

Wenn Sie im Rahmen Ihrer Blasenentzündung vorwiegend unter brennenden Schmerzen beim Wasserlassen oder unter Krämpfen im Unterbauch leiden, macht es ggf. Sinn, unterstützend Schmerzmedikamente einzunehmen. In Frage kommt hier vor allem Ibuprofen.

Falls dieser Wirkstoff für Sie nicht in Frage kommt (z.B. bei Unverträglichkeit), kann alternativ auch auf Paracetamol zurückgegriffen werden – bei Bedarf in Kombination mit dem krampflösenden Wirkstoff Butylscopolamin.

Achten Sie bei der Auswahl jedoch auf mögliche Gegenanzeigen, Wechselwirkungen mit anderen Dauermedikamenten und auf die empfohlene Dosierung. Zudem sollten Sie diese Medikamente nur kurzzeitig einnehmen. Lassen Sie sich nach Möglichkeit in der Apotheke oder von Ihrem Arzt dazu beraten.

Lesen Sie mehr dazu hier: Schmerzlinderung bei Blasenentzündung.

Antibiotika – nur wenn wirklich nötig

Zwar empfiehlt die S3-Leitline bei Blasenentzündungen eine antibiotische Therapie, sie weist aber gleichzeitig auch darauf hin, dass bei leichten bis mittelgradigen Beschwerden eine alleinige symptomatische Therapie in Erwägung gezogen werden kann.

Empfohlen wird die Einnahme eines Antibiotikums z.B. bei ganz bestimmten Personengruppen sowie bei bestehenden Risikofaktoren, die eine Entzündung der Blase begünstigen und so Komplikationen verursachen können. Dazu gehören u.a.:

  • Kinder
  • schwangere Frauen (unter bestimmten Umständen)
  • Männer
  • Diabetiker
  • immungeschwächte Menschen
  • schwerwiegende Grunderkrankungen
  • Nierenfunktionsstörungen
  • Fehlbildungen bzw. Funktionseinschränkungen des Harntrakts

Lesen Sie mehr dazu hier: Antibiotika bei Blasenentzündung​​​​​​​.

Ein weiterer triftiger Grund, um eine antibiotische Therapie in die Wege zu leiten, ist eine (beginnende) Pyelonephritis. Hierbei handelt es sich um eine Nierenbeckenentzündung, die aus einer aufsteigenden Blasenentzündung hervorgegangen ist. Sie geht häufig mit Fieber, Schüttelfrost, Flankenschmerzen und allgemeinem Unwohlsein einher, ist nicht ungefährlich und muss immer mit einem Antibiotikum behandelt werden!

Angesichts der möglichen Nebenwirkungen und zunehmender Bakterien-Resistenzen ist es allerdings wichtig, Antibiotika bei Blasenentzündungen nicht leichtfertig einzusetzen, sondern nur, wenn es auch zwingend notwendig ist.

Autorin:

 

Quellen:

¹Wagenlehner et al. Urol Int. 2018; 101(3):327-336.doi:10.1159/000493368.
²Gemeint sind leichte Beschwerden wie Brennen beim Wasserlassen, Schmerzen und Krämpfe im Unterleib, wie sie typischerweise im Rahmen entzündlicher Erkrankungen der Harnwege auftreten.
³Antientzündliche Eigenschaften von Canephron® wurden im experimentellen Testmodell und antientzündliche und schmerzlindernde Eigenschaften im lebenden Organismus nachgewiesen.
⁴Krampflösende Eigenschaften von Canephron® wurden im experimentellen Testmodell an Blasenstreifen des Menschen belegt.
⁵Adhäsionsvermindernde Eigenschaften von Canephron® wurden im experimentellen Testmodell nachgewiesen. Die Anheftung von Bakterien an die Blasenschleimhaut wird vermindert und dadurch die Ausspülung der Bakterien unterstützt.
Pflichtangaben

PFLICHTANGABEN

Canephron® Uno • Traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur unterstützenden Behandlung und zur Ergänzung spezifischer Maßnahmen bei leichten Beschwerden (wie häufigem Wasserlassen, Brennen beim Wasserlassen und verstärktem Harndrang) im Rahmen von entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege. Canephron® N Dragees, Canephron® N Tropfen • Traditionell angewendet zur unterstützenden Behandlung und zur Ergänzung spezifischer Maßnahmen bei leichten Beschwerden im Rahmen von entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege.

Canephron® Uno, Canephron® N: Zur Durchspülung der Harnwege zur Verminderung der Ablagerung von Nierengrieß. 

Hinweis: Canephron® Uno und Canephron® N sind traditionelle pflanzliche Arzneimittel, die ausschließlich aufgrund langjähriger Anwendung für das Anwendungsgebiet registriert sind.

Canephron® N Tropfen enthalten 19 Vol.-% Alkohol.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

BIONORICA SE | 92308 Neumarkt    
Mitvertrieb: PLANTAMED Arzneimittel GmbH | 92308 Neumarkt

Stand: 04|18

Nur in der Apotheke erhältlich.


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