Canephron Header Bild wiederkehrende Blasenentzündung

Interstitielle Zystitis: chronisch und rätselhaft

Die Interstitielle Zystitis, kurz auch IC (Interstitial Cystitis) genannt, ist eine seltene Erkrankung, die Medizinern noch viele Rätsel aufgibt. Beschwerden, die im Rahmen einer interstitiellen Zystitis auftreten, können denen einer klassischen Blasenentzündung ähneln, wenngleich als Ursache keine nachweisliche bakterielle Entzündung dahinter steckt. Heilbar ist die Erkrankung nicht, Schmerzen lassen sich jedoch wirksam lindern.

Chronische Blasenerkrankung

Bei der interstitiellen Zystitis handelt es sich um eine chronische Blasenerkrankung mit Blasenschmerzen und ausgeprägtem Harndrang. Was eigentlich genau zu diesem Krankheitsbild führt, ist noch nicht abschließend geklärt.

Eine Vielzahl an Faktoren kann bei der Entstehung prinzipiell eine Rolle spielen. Das Spektrum reicht von allgemeinen Entzündungsprozessen, defekten Zellen der Blaseninnenhaut, fragilen Gefäßen und Lebensmittelunverträglichkeiten bis hin zu überaktiven Nervenbahnen der Blase.

Eine Blasenspiegelung kann bei einem Teil der Betroffenen typische Veränderungen in der Blaseninnenwand zeigen wie feine Einrisse (Rhagaden), geschwürartige Verletzungen (Hunner-Läsionen) und punktförmige Einblutungen. Diese Veränderungen sind aber kein Muss, bei vielen Menschen mit einer interstitiellen Zystitis ist die Blasenspiegelung unauffällig.

Symptome: ständiger Harndrang und überempfindliche Blase

Zu den typischen Symptomen einer IC zählen:

  • ständige Blasen- und Unterleibsschmerzen
  • extrem häufiges Wasserlassen: unter Umständen bis zu 60 Toilettengänge tags und auch nachts
  • dauerhafter Harndrang

Dabei gibt es verschiedene Krankheitsbilder der Blase, die mit einem Teil oder mit allen der oben genannten Symptome einhergehen. Die Überlappung der Beschwerden führt dazu, dass die einzelnen Blasenkrankheiten nicht immer eindeutig voneinander abgegrenzt werden können. So ähneln die Beschwerden des sogenannten Blasenschmerzsyndroms (Bladder Pain Syndrom BPS) denen der interstitiellen Zystitis. Auch die überaktive Blase (Overactive Bladder OAB) fällt in diesen Symptomkreis. Der Begriff Hypersensitive Blase (HSB) wiederum ist ein Überbegriff für die verschiedenen Blasenprobleme.

Wie wir eingangs erwähnt haben, können die Beschwerden der IC auch einer "normalen", oft wiederkehrenden Blasenentzündung ähneln. Zum Vergleich lesen Sie hier: Symptome einer Blasenentzündung.

Meist trifft es Frauen

Frauen sind neunmal häufiger von einer interstitiellen Zystitis betroffen als Männer. Zwischen 0,5 und 5 von 1.000 Frauen leiden darunter. Die meisten von ihnen sind im Alter von 50 bis 60 Jahren. Prinzipiell können Menschen aber in jedem Alter an einer IC erkranken, selbst Kinder und Jugendliche.

Relativ häufig geht die interstitielle Zystitis mit anderen Problemen einher, z.B. rheumatischen Beschwerden, einem Erschöpfungssyndrom oder auch Depressionen. Viele Betroffene stehen unter enormem Leidensdruck, andere sind sozial isoliert oder gar erwerbsunfähig. Man geht allerdings davon aus, dass die interstitielle Zystitis keine psychosomatische Erkrankung ist, sondern dass mögliche psychische Veränderungen Folge der langwierigen Erkrankung sind.

Schwierige Diagnose

Bevor die Diagnose einer interstitiellen Zystitis gestellt wird, müssen Betroffene eine ganze Reihe an Tests und Untersuchungen durchlaufen. Insbesondere ist es wichtig, ein Schmerz- und Miktionstagebuch zu führen. Hier schreiben Patienten detailliert auf, wann und wie oft sie Schmerzen haben bzw. Wasser lassen müssen. Das Tagebuch hilft im ausführlichen Gespräch dem Arzt, Ausmaß und Problematik der Symptome besser einschätzen zu können.

Arzt-Patienten-Gespräch und körperliche Untersuchung bilden somit die Grundlage der Untersuchungen. Außerdem gehört eine Urinanalyse zu den Basistests. Während Auslöser einer klassischen Blasenentzündung häufig Bakterien sind, lassen sich bei einer interstitiellen Zystitis keine Keime nachweisen.

Ultraschall und Blasenspiegelung

Bei chronischen Beschwerden wird in der Regel ein Ultraschall durchgeführt. Damit können nicht nur Blase, sondern auch Nieren und Harnleiter untersucht werden, also das ganze harnableitende System. Ärzte messen bei der Untersuchung zudem, wie viel Urin nach dem Wasserlassen tatsächlich in der Blase verbleibt, sie bestimmen das sogenannte Restharnvolumen.

Wenn keine Ursache für die Schmerzen gefunden wird, folgt im Verlauf ggf. eine Blasenspiegelung. Hier wird eine kleine Kamera in die Blase eingeführt, die Bilder der Schleimhaut liefert. Außerdem kann der Arzt Gewebeproben entnehmen und die Zellen der Blasenwand unter dem Mikroskop genauer anschauen. Manchmal sind weitere Spezialtests wie ein Dehnungstest mit Kochsalz (Hydrodistensionstest) notwendig.

Behandlung

Die interstitielle Zystitis ist als chronische, nicht-infektiöse Blasenerkrankung leider nicht heilbar und bildet sich nur selten spontan zurück. Ziel der Behandlung ist es daher, die Symptome so gut es geht zu lindern und ein Fortschreiten zu verlangsamen. Das beginnt mit einigen Dingen, die Sie selbst tun können:

Kleidung, Ernährung & Beckenbodentraining

Wichtig ist, gut über die Krankheit und einige Begleitumstände informiert zu sein. Bestimmte Kleidungsstücke beispielsweise können die Schmerzen bei einer interstitiellen Zystitis verstärken. Auf enge Hosen und unbequeme Kleidung sollte verzichtet werden. Dasselbe gilt für einige Sexualtechniken und Sportarten.

Einige Nahrungsmittel können die Beschwerden weiter steigern. Hierzu zählen:

  • Zitrusfrüchte
  • künstlicher Süßstoff
  • manche Kaffeesorten
  • Kohlensäure
  • Alkohol
  • scharfe Speisen

Hier helfen Tagebücher und probeweises Auslassen einzelner Problemstoffe.

Zu den Grundsäulen der Therapie zählen außerdem eine kontrollierte Aufnahme von Flüssigkeit, Blasentraining, Physiotherapie und Beckenbodentraining sowie Entspannungstechniken. Nicht zu vergessen die Seele: Auch mögliche depressive Verstimmungen müssen behandelt werden.

Medikamente gegen interstitielle Zystitis

Es gibt einige Medikamente, die bei einer interstitiellen Zystitis eingesetzt werden. Hierzu gehört beispielsweise ein Wirkstoff mit dem komplizierten Namen Pentosanpolysulfat (PPS). Er kann bei einem Teil der Betroffenen mit Blaseninnenwandschäden die Blasenwand wieder aufbauen, ihre Durchblutung fördern und so Symptome lindern.

Medikamente, die sonst typischerweise für Depressionen verschrieben werden, können in niedriger Dosierung ebenfalls bei einer IC helfen.

Blasenspülungen, Schmerztherapie & Akupunktur

Eine weitere Behandlungsoption sind Blasenspülungen, bei denen verschiedene Substanzen in die Harnblase gegeben werden. Bei diesen Wirkstoffen handelt es sich um Bestandteile der eigenen Blaseninnenwand, die im Prinzip die dort entstandenen Defekte „stopfen“ und gleichzeitig die Entzündung hemmen.

Außerdem helfen Betäubungsmittel, die in die Blase gespült werden. Auch klassische Schmerztabletten, Akupunktur, mikrobiologische Therapie, Neuraltherapie, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelementen können förderlich sein.

Operation

Als letzte Behandlungsmöglichkeit werden sehr schwere Fälle einer interstitiellen Zystitis unter Umständen mit einer Operation behandelt, bei der Betroffene beispielsweise einen Harnblasenersatz oder eine neue Harnableitung erhalten. Natürlich ist dies ein großer Eingriff, der auch Komplikationen mit sich bringen kann. Eine Operation kommt daher nur in Betracht, wenn keine der vorherigen Behandlungen geholfen hat und der Leidensdruck sehr hoch ist.

Wichtige Tipps und Behandlungsmöglichkeiten im Überblick

  • auf bequeme Kleidung, angenehme Sexualtechniken und Sportarten achten
  • Physiotherapie und Beckenbodentraining
  • Nahrungsmittel meiden, die die Beschwerden verstärken
  • diverse Medikamente (u.a. PPS)
  • Schmerztabletten und Antidepressiva
  • Blasenspülungen
  • Akupunktur, Neuraltherapie etc.
  • Operation

Fazit

Die Interstitielle Zystitis ist ein komplexes, schwer zu greifendes Krankheitsbild. Oft dauert es Jahre, bis die Diagnose steht. Bei seltenen Erkrankungen wie der IC kann es neben der medizinischen Behandlung auch helfen, sich mit anderen Betroffenen zu vernetzen, um Erfahrungen zu teilen und zu merken, dass man nicht alleine mit seinen Beschwerden ist.

Autorin:

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Canephron® Uno • Traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur unterstützenden Behandlung und zur Ergänzung spezifischer Maßnahmen bei leichten Beschwerden (wie häufigem Wasserlassen, Brennen beim Wasserlassen und verstärktem Harndrang) im Rahmen von entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege. Canephron® N Dragees, Canephron® N Tropfen • Traditionell angewendet zur unterstützenden Behandlung und zur Ergänzung spezifischer Maßnahmen bei leichten Beschwerden im Rahmen von entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege.

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Hinweis: Canephron® Uno und Canephron® N sind traditionelle pflanzliche Arzneimittel, die ausschließlich aufgrund langjähriger Anwendung für das Anwendungsgebiet registriert sind.

Canephron® N Tropfen enthalten 19 Vol.-% Alkohol.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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