Tee gegen Blasenentzündung

Wer unter einer akuten Blasenentzündung (Zystitis) leidet, hört fast immer die Empfehlung über den Tag verteilt ausreichend viel zu trinken – am besten Tee. Doch was bedeutet eigentlich eine ausreichende Trinkmenge? Und eignet sich wirklich Tee mehr als andere Getränke?

Mindestens zwei bis drei Liter am Tag

Sofern keine anderen medizinischen Gründe dagegen sprechen, liegt die empfohlene Trinkmenge bei einer akuten Harnwegsinfektion bei etwa zwei bis drei Litern am Tag. Denn wer viel Flüssigkeit aufnimmt, muss auch regelmäßig auf die Toilette. Und das ist eine der Grundvoraussetzungen, um eine Blasenentzündung möglichst schnell wieder loszuwerden.

Durch das viele Trinken und das damit verbundene häufige Wasserlassen werden die verursachenden Erreger nämlich besser ausgespült. Lässt man dagegen seltener Urin ab, besteht die Gefahr, dass sich die Keime ungehindert vermehren und schlimmstenfalls bis in die oberen Harnwege (Harnleiter, Nieren) aufsteigen. Meist handelt es sich bei den Keimen übrigens um Darmbakterien der Gattung Escherichia coli, kurz auch E. coli genannt.

Es gilt also: trinken, trinken, trinken – auch wenn das Wasserlassen gerade zu Beginn der Blasenentzündung oft mit brennenden Schmerzen verbunden ist und man es sich eigentlich am liebsten verkneifen würde.

Tee & Wasser haben sich bewährt

Während der akuten Phase einer Blasenentzündung eignen sich als Getränke am besten stilles Wasser oder ungesüßte Teevarianten. Ob ein spezieller Blasentee oder nicht, ist zunächst einmal nebensächlich. Hauptsache ist, wie zuvor bereits erwähnt, eine ausreichend große Flüssigkeitszufuhr, damit die Harnwege ordentlich durchgespült werden.

Keine ausreichende Studiendaten zu Blasentees

Tatsache ist, dass derzeit keine ausreichenden Studien über die Wirksamkeit einzelner Blasen- und Nierentees existieren. Die Anwendungen dieser Tees bei Erkrankungen der Blase bzw. der ableitenden Harnwege beruhen meist auf Erfahrungsberichten sowie altbewährten Traditionen. Deshalb ist es ratsam, diese Tees nicht als alleinige, sondern vielmehr als unterstützende Option in der Behandlung akuter, unkomplizierter Blasenentzündungen zu betrachten.

Entwässernde Wirkung entscheidend

Spezielle Blasen- und Nierentees haben vor allem die Eigenschaft, harntreibend zu wirken. Sie zählen zu den sogenannten natürlichen Diuretika (harntreibende Mittel). Die in den Tees enthaltenen Substanzen bewirken, dass mehr Urin produziert und entsprechend ausgeschieden wird.

Zudem enthalten einige Tees pflanzliche Arzneimittel, deren Inhaltsstoffe u. a. entzündungshemmend, krampflösend und keimreduzierend auf die Blase wirken sollen.

Beliebte Heilpflanzen in Blasentees

Die klassischen Blasen- und Nierentees gibt es in Drogerien oder Apotheken meist als Beuteltee oder auch als Pulver, das in heißes Wasser eingerührt wird. Natürlich kann sich auch jeder seinen individuellen Tee mit den entsprechenden Kräutern selbst herstellen.

Häufig werden für die Zubereitung eines Blasentees folgende Heilpflanzen verwendet:

  • Ackerschachtelhalm („Zinnkraut“)
  • Bärentraubenblätter
  • Birkenblätter
  • Brennnesselblätter
  • Goldrutenkraut
  • Hauhechelwurzel
  • Orthosiphonblätter („Katzenbart“)

Die Zusammensetzung kann dabei, je nach Präferenz, jedoch stark variieren. Es wird empfohlen, bei einer akuten Blasenentzündung etwa drei bis fünf Tassen des entsprechenden Tees täglich zu trinken. Um wiederkehrenden Blasenentzündungen vorzubeugen, macht es zudem Sinn, diese Behandlung noch eine Zeit lang weiterzuführen.

Menschen mit einer chronischen Nieren- oder Herzerkrankung sollten die harntreibende Wirkung bestimmter Arzneipflanzen nicht unterschätzen. Eine Therapie mit solchen Teezubereitungen sollte deshalb immer nur in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

Lesen Sie dazu auch: Pflanzliche Arzneimittel bei Blasenentzündung.

Vorsicht bei Bärentraubenblätter-Tee

Der in den Bärentraubenblättern enthaltene Hauptinhaltsstoff ist Arbutin. Aufgrund seiner potenziell leberschädigenden Wirkung haben Präparate mit diesem Wirkstoff eine Anwendungsbeschränkung.

Bärentraubenblätter-Tee darf höchstens viermal täglich und nicht länger als eine Woche lang am Stück getrunken werden. Diese Art der Anwendung ist zudem auf maximal fünfmal pro Jahr beschränkt. Bärentraubenblätter dürfen weder bei Kindern noch bei Schwangeren oder in der Stillzeit angewendet werden.

Darauf bitte achten!

Kein Alkohol, Kaffee oder Zitrussäfte

Viel und ausreichend trinken – das Credo gilt natürlich nicht für jede Art der Flüssigkeitszufuhr, wie man bereits an bestimmten Teesorten sehen konnte. So gibt es durchaus noch andere alltägliche Getränke, die man mit einer Blasenentzündung besser meiden sollte.

Beispielsweise können manche Inhaltsstoffe im Kaffee, in alkoholischen oder in besonders säurehaltigen Getränken die bereits entzündeten Harnwege zusätzlich reizen.

Wärme, Ruhe und ein gutes Buch

Das viele Trinken und Wasserlassen ist übrigens nur halb so viel wert, wenn man sich parallel nicht auch die nötige Entspannung, Ruhe und ausreichend Schlaf gönnt. „Abwarten und Tee trinken“ kann man in diesem Zusammenhang also gerne wörtlich nehmen.

Wenn man Stress meidet und sich vielleicht auch mal zwei Tage aus dem Alltag zurückzieht, steigen die Chancen, dass das körpereigene Immunsystem die bestehende Entzündung schnell und effektiv bekämpft. Und zwar manchmal auch, ohne dass noch zusätzlich ein Antibiotikum eingenommen werden muss.

Wer unter einer akuten Blasenentzündung leidet, sollte außerdem unbedingt darauf achten, die Blasen- und Nierenregion sowie die Füße ausreichend warm zu halten. Neben Wärmflasche, Körnerkissen und dicken Socken stellen z.B. warme Sitz- und Fußbäder eine hilfreiche Alternative dar. Weitere Hausmittel und Tipps finden Sie hier: Hausmittel bei Blasenentzündung.

…nach dem Tee zum Arzt

Ein sehr wichtiger Hinweis zum Schluss 

Eine anfänglich unkomplizierte Blasenentzündung, die plötzlich von Fieber, starken krampfartigen Schmerzen, Blut im Urin oder einem zunehmenden Krankheitsgefühl begleitet wird, ist definitiv ein Fall für den Arzt.

Nur er kann mit der entsprechenden Diagnostik sicher feststellen, ob die zunächst harmlose Blaseninfektion doch komplizierter verläuft und ggf. noch mit einem entsprechenden Antibiotikum behandelt werden muss.

Autorin:

Pflichtangaben

PFLICHTANGABEN

Canephron® Uno • Traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur unterstützenden Behandlung und zur Ergänzung spezifischer Maßnahmen bei leichten Beschwerden (wie häufigem Wasserlassen, Brennen beim Wasserlassen und verstärktem Harndrang) im Rahmen von entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege. Canephron® N Dragees, Canephron® N Tropfen • Traditionell angewendet zur unterstützenden Behandlung und zur Ergänzung spezifischer Maßnahmen bei leichten Beschwerden im Rahmen von entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege.

Canephron® Uno, Canephron® N: Zur Durchspülung der Harnwege zur Verminderung der Ablagerung von Nierengrieß. 

Hinweis: Canephron® Uno und Canephron® N sind traditionelle pflanzliche Arzneimittel, die ausschließlich aufgrund langjähriger Anwendung für das Anwendungsgebiet registriert sind.

Canephron® N Tropfen enthalten 19 Vol.-% Alkohol.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

BIONORICA SE | 92308 Neumarkt    
Mitvertrieb: PLANTAMED Arzneimittel GmbH | 92308 Neumarkt

Stand: 04|18

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