Honeymoon-Zystitis – Blasenentzündung durch Sex

Der Begriff „Honeymoon-Zystitis“ stammt aus dem englischen Sprachraum und bedeutet nichts anderes als „Flitterwochen-Blasenentzündung“.

Man vermutet, dass diese Bezeichnung Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden ist, wo viele Frauen ihren ersten Geschlechtsverkehr oft erst in der Hochzeitsnacht hatten. Es fiel auf, dass die frischvermählten Damen in den anschließenden Flitterwochen (Honeymoon) häufiger unter den typischen Symptomen einer Blasenentzündung litten als andere Frauen.

Häufiger Geschlechtsverkehr als Auslöser

Heutzutage beschreibt die Honeymoon-Zystitis eine akute Blasenentzündung, die im direkten Zusammenhang mit sexuell besonders aktiven Phasen der betroffenen Frauen steht. Hierbei unterscheiden sich die Symptome (häufiger Harndrang, Brennen beim Wasserlassen, Krämpfe und Schmerzen im Unterleib) übrigens nicht von denen einer Blasenentzündung anderer Ursache. Allerdings treten die ersten Anzeichen meist bereits unmittelbar nach dem Geschlechtsverkehr auf, so dass die Verbindung von Sex und akuter Zystitis doch sehr naheliegt.

Risikofaktoren für eine Honeymoon-Zystitis

Eines vorweg: Obwohl die „Flitterwochen-Blasenentzündung“ im direkten Bezug zu einer erhöhten sexuellen Aktivität steht, ist sie dennoch keine Geschlechtskrankheit!

Vielmehr treffen bei dieser Art der bakteriellen Harnwegsinfektion oft sehr unterschiedliche Faktoren gleichzeitig aufeinander. So können bestimmte Begleitumstände (unzureichende Flüssigkeitszufuhr, Nässe, Unterkühlung etc.) in Kombination mit intensivem Sex bei der Entstehung der Honeymoon-Blasenentzündung eine entscheidende Rolle spielen. 

Auch ein neuer Partner mit seiner ganz eigenen Genitalflora kann das Risiko für einen Harnwegsinfekt erhöhen. Der Grund ist, dass sich das Immunsystem der Frau erst an die neuen Erreger gewöhnen muss. Wenn sich das Immunsystem der Frau mit der Zeit angepasst hat, bleiben bestenfalls auch die Blasenentzündungen mit den lästigen Symptomen aus.

Bakterien als häufigste Ursache

Wie bei den meisten anderen akuten, unkomplizierten Blasenentzündungen auch sind vor allem Darmbakterien der Gattung Escherichia coli für diese Form der Zystitis verantwortlich. Aufgrund der weiblichen Anatomie (kurze Harnröhre in unmittelbarer Nähe zu Vagina und Darmausgang) können die Bakterien beim Geschlechtsverkehr sehr leicht vom benachbarten After auf die Scheide übergehen und über die Harnröhre schließlich in die Blase gelangen. Häufiger, intensiver Sex erhöht somit die Wahrscheinlichkeit einer Bakterienübertragung.

Weitere Risikofaktoren

Faktoren, die das Risiko für das Auftreten einer Honeymoon-Zystitis zusätzlich begünstigen können, sind u. a.:

  • ein gereizter Intimbereich
  • eine Veränderung des Scheidenmilieus
  • die Verwendung bestimmter Verhütungsmittel (z.B. spermienabtötende Zäpfchen, Gels oder ein Diaphragma)
  • durch den Partner übertragene Bakterien (z. B. bei chronischer Prostataentzündung)

Durch die mechanische Beanspruchung beim Sex kommt es zu einer unmittelbaren Reizung der Schleimhaut im Intimbereich. Ist dann noch das Scheidenmilieu verändert (z.B. durch Stress, Medikamente, übertriebene Intimhygiene, bestimmte Verhütungsmittel), finden die bakteriellen Erreger ideale Voraussetzungen, um sich lokal auszubreiten und weiter in die benachbarte Blase aufzusteigen. Der akute Harnwegsinfekt ist vorprogrammiert.

Mitunter kommen natürlich auch "normale" Ursachen hinzu. Lesen Sie dazu auch: Ursachen einer Blasenentzündung.

Doch was bedeutet das für die Betroffenen? Müssen Frauen, die für die Flitterwochen-Zystitis anfällig sind, auf häufigen Geschlechtsverkehr verzichten? Welche vorbeugenden Möglichkeiten gibt es?

Honeymoon-Zystitis – man kann vorbeugen

Behandelt wird die Flitterwochen-Blasenentzündung wie andere unkomplizierte Harnwegsinfekte auch. Mehr zur Therapie der Blasenentzündung lesen Sie hier: Behandlung der Blasenentzündung.

Besser ist es aber, wenn es erst gar nicht so weit kommt. Tatsächlich gibt es zur Vorbeugung der Honeymoon-Zystitis einige durchaus effektive Maßnahmen, die betroffene Frauen beherzigen sollten.

Tipps zur Prävention

Um die Wahrscheinlichkeit, nach dem Geschlechtsverkehr eine Blasenentzündung zu bekommen, so gering wie möglich zu halten, sollten betroffene Frauen folgende Ratschläge befolgen:

  • Vor dem Geschlechtsverkehr sollte der Mann sowohl Hände als auch Penis waschen. Kleiner Tipp: Verlegen Sie das Vorspiel doch gelegentlich einfach unter die Dusche.
  • Gehen Sie nach dem Sex am besten direkt auf die Toilette zum Wasserlassen. Auf diese Weise werden eventuell übertragene Bakterien zusammen mit dem Urin sofort wieder ausgespült.
  • Trinken Sie vor und nach dem Sex ausreichend Wasser – dann funktioniert auch das „Pinkeln danach“ besser.
  • Um eine Reizung des Intimbereichs so gering wie möglich zu halten, empfiehlt sich die Verwendung von Gleitmitteln auf Wasserbasis.
  • Verzichten Sie auf Verhütungsmittel wie z. B. Diaphragmen (Scheidenpessare) und Spermizide. Sie können sowohl die Harnwege reizen als auch das Scheidenmilieu aus dem Gleichgewicht bringen und somit die Ansiedlung von Bakterien begünstigen.
  • Verwenden Sie beim Sex möglichst Kondome ohne spermienabtötende Wirkung.
  • Zur Intimreinigung sollten keine parfümierten Tücher oder Seifen benutzt werden. Am besten geeignet ist warmes Wasser und ggf. eine auf den pH-Wert der Vaginalregion abgestimmte Waschlotion.
  • Vorsicht bei verschiedenen Sexualpraktiken. Um zu verhindern, dass Darmbakterien auf direktem Wege in den Genitalbereich und somit auch in die Blase gelangen, sollte nicht unmittelbar von Anal- auf Vaginalsex umgestiegen werden. Auch sollte hierbei immer das Kondom gewechselt werden.

Von einer vorbeugenden Einnahme von Antibiotika zur Vermeidung einer Blasenentzündung wird übrigens eher abgeraten. Lediglich in den seltenen Fällen, wo jeder Geschlechtsverkehr zwangsläufig zu einer Blasenentzündung führt, wird gelegentlich auch eine vorübergehende, längere antibiotische Therapie in Erwägung gezogen.

Weitere allgemeine Maßnahmen zur Vorbeugung von Blasenentzündungen können Sie hier nachlesen.

Autorin:

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Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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