Häufige und immer wiederkehrende Blasenentzündungen

Wieso habe ich ständig Blasenentzündungen? Ist das gefährlich? Und was kann ich dagegen tun? Diese Fragen stellen sich viele, die an immer wiederkehrenden Blasenentzündungen leiden. Wir beantworten sie im folgenden Text. Das wichtigste vorab: Blasenentzündungen sind häufig, aber in der Regel ungefährlich. Besonders Frauen trifft es oft.

Warum habe ich ständig Blasenentzündungen?

Frauen neigen zu Blasenentzündungen, da ihre Harnröhre mit ca. 4 cm relativ kurz ist. Wenn Bakterien aus dem Analbereich zum Beispiel durch Schmierinfektionen oder beim Geschlechtsverkehr in die Nähe der Harnröhre gelangen, ist es für sie ein leichtes Spiel, die wenigen Zentimeter der Harnröhre zu überwinden, die sie zur Blase führen.

Einige Menschen leiden z.B. nur einmal in ihrem Leben an einer Blasenentzündung, statistisch gesehen trifft es jede zweite Frau. Andere wiederum (25-30% der Betroffenen) erkranken auch häufiger. 

Ab wann spricht man von wiederkehrenden Blasenentzündungen? 

Ärzte sprechen von sogenannten rezidivierenden, also wiederkehrenden Blasenentzündungen, wenn Betroffene mehr als zwei Blasenentzündungen in sechs oder mehr als drei Infektionen in zwölf Monaten haben. 

Bei Schwangeren variiert die Definition ein wenig. Hier liegt ein rezidivierender Infekt vor, wenn mindestens eine Blasenentzündung während und zusätzlich eine oder mehrere Entzündungen vor bzw. nach Beginn der Schwangerschaft aufgetreten sind.

Sonderform: Chronische Zystitis

Menschen, die häufig an Blasenentzündungen erkranken, sprechen oft von chronischen Beschwerden oder chronischen Entzündungen. Das Wort „chronisch“ wird jedoch in diesem Zusammenhang nicht ganz korrekt verwendet. Der Begriff ist nämlich für eine andere, eigenständige Erkrankung der Blase reserviert: die interstitielle Zystitis. Dabei handelt es sich um ein chronisches Schmerzsyndrom der Blase. 

Wen trifft es häufig?

Sexuelle Aktivität und hormonbedingte Veränderungen der Vaginalflora können das Auftreten von Blasenentzündungen begünstigen und zählen zu typischen Risikofaktoren. Das erklärt, weshalb laut Daten der Barmer GEK (S3-Leitlinie, siehe Quellen, S. 20) besonders bei Frauen zwischen 20 und 29 Jahren und dann wieder ab einem Alter von 70 Jahren gehäuft Blasenentzündungen auftreten.

Schwangere und Männer

Schwangere sowie Männer in höherem Alter mit Prostataproblemen und Blasenkatheter stellen für sich zwei eigene Risikogruppen dar.

Bei Schwangeren treten Blasenentzündungen leichter auf. Die hormonellen Veränderungen erhöhen die Nierendurchblutung und führen zu einem verdünnten Urin, der weniger infektionshemmend wirkt. Außerdem nimmt die Spannung der Harnröhre ab, was ein Aufsteigen der Bakterien in die Blase begünstigt. Indem die wachsende Gebärmutter zudem von oben auf die Blase drückt, wird der Abfluss zusätzlich behindert.

Lesen Sie mehr dazu hier: Blasenentzündung in der Schwangerschaft.

Bei Männern kann in höherem Alter die Vorsteherdrüse (Prostata) wachsen und die Harnröhre stark einengen; ihr Weg führt nämlich direkt durch die Drüse. Ist der Harnabfluss schwer beeinträchtigt, kann durch die unvollständige Entleerung das Blase das Risiko, eine Blasenentzündung zu entwickeln, erhöht sein.

Lesen Sie mehr dazu: Blasenentzündung beim Mann.

Sind häufige Blasenentzündungen gefährlich?

Generell gilt, dass auch vermehrt auftretende Blasenentzündungen bei ansonsten gesunden Menschen mit unauffälligen Harnwegen nicht gefährlich, aber natürlich unangenehm sind.

Schwieriger kann es werden, wenn andere Grunderkrankungen wie eine Zuckerkrankheit, Nierenschwäche oder andere Probleme der ableitenden Harnwege wie z.B. durch die Folgen einer vergrößerten Prostata, Krebs oder Nierensteine hinzukommen.

Erreicht eine Blasenentzündung die Nieren, wird die Situation ebenfalls komplexer. Eine solche Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung) muss immer mit Antibiotika behandelt werden. Im Gegensatz zu einer einfachen Blasenentzündung wird eine Pyelonephritis typischerweise von Fieber, Flankenschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen begleitet (S3-Leitlinie, siehe Quellen, S. 22).

Hartnäckige Keime

Ein weiteres Problem kann auftreten, wenn häufig Antibiotika verschrieben werden müssen. Dies gibt Bakterien die Möglichkeit, Abwehrmechanismen gegen die sonst so potenten Mittel zu entwickeln, so dass sich Resistenzen ausbilden. Gegen solche resistenten, widerstandsfähigen Keime helfen unter Umständen nur noch wenige Medikamente.

Wie vermeide ich wiederkehrende Blasenentzündungen?

Wer generell empfindlich für Blasenentzündung ist, kann versuchen vorzubeugen. Da es sich bei einer Blaseninfektion in der Regel um eine Schmierinfektion mit Bakterien aus dem Analbereich handelt, helfen schon einfache Maßnahmen wie eine richtige Wischtechnik nach dem Stuhlgang (von vorne nach hinten).

Vorsicht beim Sex

Auch ein wenig Vorsicht beim Sex und Wasserlassen direkt danach können Wunder wirken. Wenn Bakterien zügig aus der Blase gespült werden, haben sie keine Chance, Unheil anzurichten.

Lesen Sie mehr dazu hier: Honeymoon-Zystitis – Blasenentzündung durch Sex.

Auch die Wahl der Verhütungsmethode kann Einfluss darauf haben, wie häufig Beschwerden auftreten. So erhöhen spermienabtötende Mittel (Spermizide) und Diaphragmen das Risiko von Blasenentzündungen (S3-Leitlinie, siehe Quellen, S. 25). Hier hilft gegebenenfalls der Wechsel auf eine andere Verhütungsmethode.

Impfung, Hormone & Antibiotika und Co

Seit mehreren Jahren gibt es eine Impfung gegen Blasenentzündungen. Da ihr Nutzen jedoch noch nicht sicher nachgewiesen ist, wird sie aktuell von den Krankenkassen nicht erstattet. Zudem werden auch immer wieder Produkte wie Cranberry-Saft und Probiotika empfohlen; ihr Nutzen ist allerdings ebenfalls wissenschaftlich nicht ausreichend belegt.

Bei Frauen, die im Rahmen der Hormonumstellung in den Wechseljahren vermehrt an Blasenentzündungen leiden, helfen unter Umständen Hormonprodukte, die als Creme, Zäpfchen oder Tablette direkt in die Scheide eingeführt werden.

In Ausnahmefällen nehmen Frauen, die immer wieder an Blasenentzündungen erkranken, über einen längeren Zeitraum Antibiotika in niedriger Dosis ein. Wenngleich eine solche Behandlung gut wirkt, kann sie mit einigen Nebenwirkungen einhergehen. Sie reichen von Magen-Darm-Beschwerden über allergische Reaktionen bis hin zur Entwicklung von hartnäckigen Keimen. Der Einsatz einer solchen Prophylaxe sollte daher mit Bedacht erfolgen.

Autorin:

 

Quelle:

S3 Leitlinie „Epidemiologie, Diagnostik, Therapie, Prävention und Management unkomplizierter, bakterieller, ambulant erworbener Harnwegsinfektionen bei erwachsenen Patienten“ unter https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/043-044.html
 
Pflichtangaben

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Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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