Alternativmedizin bei Blasenentzündung: Mythen, Fakten und der Plazebo-Effekt

Eigenblutbehandlung, Akupressur, Homöopathie, orthomolekulare Therapie, Traditionelle chinesische Medizin (TCM) und Schüssler-Salze – die Latte an alternativmedizinischen Angeboten bei akuter Blasenentzündung (Zystitis) ist lang. Das zeigt nicht zuletzt, wie groß das Bedürfnis nach „sanften“ Methoden zur Linderung dieses häufigen Frauenleidens ist. Doch halten die angepriesenen Mittel auch, was sie versprechen?

Mit einer Kombination alternativer Therapien ließen sich ständig wiederkehrende Blasenentzündungen nicht nur ausheilen, sondern auch Komplikationen und schwerwiegende Folgeerkrankungen vermeiden. Mit derartigen Versprechungen werben zahlreiche Anbieter im Netz für ihre Angebote. Aber Fakt ist: Bei einer (zumeist bakteriellen) Infektionserkrankung wie der akuten Blasenentzündung sind solche Verheißungen nicht nur fragwürdig, sondern können auch gefährlich sein, wenn man sich allein darauf verlässt.

Gute Ansätze der Alternativmedizin

Dabei ist der Ansatz ja nicht verkehrt. Viele Frauen werden immer wieder von den quälenden Beschwerden einer Blasenentzündung heimgesucht und stellen sich zu Recht die Frage, ob Antibiotika und klassische Schmerzmittel wirklich immer die beste Lösung sind. Die Medikamente sind nicht frei von Nebenwirkungen, können auf den Magen schlagen und bringen bei anhaltender Einnahme das Darmmilieu aus dem Gleichgewicht.

Ein weiteres Kennzeichen vieler alternativmedizinischer Methoden ist der ganzheitliche Blick auf den Menschen als Einheit aus Körper und Seele. Krankheit wird dabei als inneres Ungleichgewicht verstanden. Durch eine Schwachstelle kann sich das körperliche Abwehrsystem nicht mehr adäquat wehren und lässt Eindringlingen von außen freies Spiel. Ziel ist es daher, der Ursache für diese Störung auf den Grund zu gehen und das Immunsystem zu unterstützen.

Der berühmte Plazebo-Effekt

Vor diesem Hintergrund ist der Ruf nach schonenden und umfassenden Behandlungsmethoden verständlich und berechtigt. Das Problem bei TCM, Schüssler & Co ist jedoch, dass ihre Wirkung wissenschaftlich nicht belegt ist. Das heißt nicht unbedingt, dass sie nicht wirken. Im Einzelfall mögen sogar erstaunliche Erfolge erzielt werden. Die Frage ist nur, worauf sie wirklich zurückgehen.

Das Faszinierende am sogenannten Plazebo-Effekt ist, dass er offenbar Selbstheilungskräfte in Gang setzt, die die Genesung enorm beschleunigen können. Im direkten Vergleich kommen viele Naturheilverfahren über diesen Plazebo-Effekt jedoch nicht hinaus, das heißt, sie wirken letztlich nicht besser als eine Scheintherapie. Der Effekt beruht einzig und allein auf dem Glauben an die Behandlung.

Natürliche Schulmedizin – kein Widerspruch

Nun ist die klassische Schulmedizin heutzutage keineswegs mehr so engstirnig, wie es manchmal dargestellt wird. Auch sie sieht den Einsatz von Antibiotika zunehmend kritisch. Sie weiß zudem um das enge Zusammenspiel zwischen Körper und Seele und forscht intensiv am menschlichen Immunsystem und seiner Bedeutung für zahlreiche Erkrankungen. Und: Sie ist durchaus offen für alternative Therapieansätze, sofern sie eine nachgewiesene Wirkung haben, die den bloßen Plazebo-Effekt übersteigt.

Für einige Heilpflanzen liegt ein Wirksamkeitsnachweis vor

Hier gibt es bei der Blasenentzündung tatsächlich eine ganze Auswahl an bewährten Mitteln. So eignen sich beispielsweise spezielle Blasentees sehr gut, um Schmerzen und Krämpfe zu lindern. Zusammen mit dem wärmenden Effekt können sie den Bauchraum entspannen und die entzündete Blase beruhigen. Wie und mit welchen Kräutern ein solcher Tee am besten zubereitet wird, erfahren Sie hier: Tee gegen Blasenentzündung.

Die Natur hat aber noch deutlich mehr zu bieten. Manche Heilpflanzen wirken nachweislich nicht nur schmerzlindernd, sondern auch entzündungshemmend und bakterienausspülend. So werden die Erreger leichter mit dem Urin ausgeschwemmt. Auch das ist Medizin mit nachgewiesener Wirkung. Mehr zu den empfohlenen pflanzlichen Wirkstoffen bei einer akuten Blasenentzündung lesen Sie hier: Pflanzliche Arzneimittel bei Blasenentzündung.

Und schließlich lassen sich Immunsystem und Selbstheilungskräfte auf vielfältigen Wegen aktivieren und stärken. Von der Wärmflasche über Wadenwickel bis hin zu ausreichend Schlaf all das belebt Körper und Seele, weit über den Plazebo-Effekt hinaus. Lesen Sie mehr dazu unter: Hausmittel bei Blasenentzündung.

Manchmal ohne Alternative: Antibiotika

Eine akute Blasenentzündung ist und bleibt eine Infektionserkrankung, die potentiell auch gefährlich werden kann. Meist verläuft sie ohne Komplikationen und heilt von alleine wieder aus. Manchmal jedoch führt an Antibiotika kein Weg vorbei. Dann können Hausmittel und alternative Heilmethoden die Genesung zwar unterstützen, Sie sollten in einem solchen Fall aber nicht gegen den Rat des Arztes auf die Antibiotika verzichten.

Lesen Sie mehr dazu hier: Antibiotika bei Blasenentzündung.

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Pflichtangaben

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Canephron® Uno • Traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur unterstützenden Behandlung und zur Ergänzung spezifischer Maßnahmen bei leichten Beschwerden (wie häufigem Wasserlassen, Brennen beim Wasserlassen und verstärktem Harndrang) im Rahmen von entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege. Canephron® N Dragees, Canephron® N Tropfen • Traditionell angewendet zur unterstützenden Behandlung und zur Ergänzung spezifischer Maßnahmen bei leichten Beschwerden im Rahmen von entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege.

Canephron® Uno, Canephron® N: Zur Durchspülung der Harnwege zur Verminderung der Ablagerung von Nierengrieß. 

Hinweis: Canephron® Uno und Canephron® N sind traditionelle pflanzliche Arzneimittel, die ausschließlich aufgrund langjähriger Anwendung für das Anwendungsgebiet registriert sind.

Canephron® N Tropfen enthalten 19 Vol.-% Alkohol.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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Mitvertrieb: PLANTAMED Arzneimittel GmbH | 92308 Neumarkt

Stand: 04|18

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